„Durch Hanau ins Handy“

FDP bei Vacuumschmelze Hanau

Politiker der Freien Demokraten und Vacuumschmelze-Geschäftsführer Dr. Reiner Beutel haben sich zu einem gemeinsamen Gespräch zusammengefunden. Neben Dr. h. c. Jörg-Uwe Hahn, FDP-Vertreter für Hanau im hessischen Landtag, empfing Beutel mit Henrik Statz den Vorsitzenden der Hanauer Liberalen sowie den Maintaler FDP-Fraktionsvorsitzenden und Landtagskandidaten Thomas Schäfer. Themen des Austauschs waren die Infrastruktur am Unternehmensstandort, der allgemeine Fachkräftemangel und neueste Produkte des Hanauer Traditionsunternehmens.

„Das Unternehmen boomt“, stellte Beutel fest. Allein im vergangenen Jahr habe die Vacuumschmelze GmbH & Co. KG ein Wachstum von rund 10 Prozent realisiert, diesen Kurs wolle man halten: „Wir streben eine Umsatzverdopplung an und sind auf einem guten Weg, unser Ziel innerhalb weniger Jahre zu erreichen“, so der Geschäftsführer weiter. Ein Grund für den jüngeren Erfolg des Unternehmens sei die zunehmende Verbreitung kontaktloser Ladestationen für Mobiltelefone. Beutel bezeichnete Vacuumschmelze als einen Weltmarktführer im Bereich induktiver Elektroelemente: „In vielen Fällen fließt der Strom für den täglichen Smartphone-Gebrauch durch Hanauer Bauteile ins Handy.“ Daneben seien die zuschaltbaren Boost-Motoren für Rennfahrzeuge, die unter anderen in der Formel 1 ihre Anwendung finden, das wohl attraktivste Produkt des Unternehmens. Die Entwicklung aller Artikel erfolge seit der Gründung von Vacuumschmelze im Jahr 1923 vollständig in Hanau, wo die GmbH rund 1500 Mitarbeiter beschäftigt. Daneben gewinne der chinesische Markt zunehmend an Bedeutung, weitere 1000 Angestellte seien dort mittlerweile für das Unternehmen tätig.

Mit Blick auf den Hanauer Standort erklärte Beutel auf Nachfrage der Freien Demokraten, dass insbesondere die sehr gute regionale Infrastruktur beste Chancen für exportierende Unternehmen biete. Hahn erkundigte sich angesichts des branchenübergreifenden Fachkräftemangels darüber, mit welchen Maßnahmen Vacuumschmelze qualifizierte Mitarbeiter anwerbe. „Nach einer neuen Studie des Wirtschaftsmagazins Capital zählen wir zu den besten Ausbildungsunternehmen Deutschlands“, erwiderte Beutel. Die Übernahmequoten der Lehrlinge seien sehr hoch, daneben rekrutiere man Studierende technischer Fachrichtungen. Die Vollbeschäftigung erschwere es zwar, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. „Aufgrund des überregionalen Rufs des Unternehmens als Top-Adresse im Magnetbereich sind unsere Bewerberzahlen relativ betrachtet dennoch hoch“, argumentierte der Geschäftsführer. Zuletzt wollte Schäfer wissen, ob der Handelsstreit zwischen den USA und der EU das Geschäft von Vacuumschmelze beeinträchtige. Man sei zwar teilweise betroffen, doch nicht beim Haupthandelsgut Kobalt, welches unter anderem als Legierung in U-Booten der US-amerikanischen Streitkräfte verwendet werde. „Da hat jemand im Weißen Haus aufgepasst,“ so Beutel abschließend.